Arnold Holzknecht
∗1960, Italy
lives and work in Ortisei, Italy
Das Werk von Arnold Holzknecht ist gekennzeichnet von einer besonderen Sensibilität im Umgang mit vorwiegend organischen Materialien. Diese repräsentieren für ihn über den Aspekt des Materiellen hinaus auch energetische Eigenschaften. In langwierigen, beinahe meditativen Arbeitsmethoden entwickelte er ausgehend von den lokalen Traditionen des Grödner Holzhandwerks eine ausgefeilte Schnitztechnik, in welcher er Werke von reduzierter Formensprache, jedoch voller Poesie und intensiver Ausdruckskraft umsetzt. Diese führen uns die Verletzlichkeit des Natürlichen vor Augen und erinnern uns zugleich an die immanent heilenden Kräfte der Natur.Für Biennale Gherdëina 9 realisierte Arnold Holzknecht zwei sich antithetisch gegenüber stehende skulpturale Werke, einen weißen und einen schwarzen Wolf, als Repräsentationen der gegensätzlichen Positionen in Bezug auf die Rückkehr des Wolfes in die heimischen Wälder. Beide Tierskulpturen, welche den Besucher*innen am Spielplatz im Anna-Tal in St. Ulrich begegnen, lehnen sich in ihrer formalen Ausführung an die herausragende Tradition der historischen Spielzeugproduktion im Grödental an. Durch die Positionierung der beiden Wölfe zueinander und ihre spielerische Überhöhung ins Plakative treten sie miteinander in Dialog, und erinnern uns daran, dass das Leben in einem Ökosystem bedeutet, sich auch mit gegensätzlichen Positionen in einen Fluss des Dialoges zu begeben. So können anhand der Interaktionen der Besucher*innen mögliche neue und experimentelle Wege gefunden werden, die als unversöhnlich geltenden Haltungen in Bezug auf die Präsenz des Wolfes im Alpenraum neu zu verhandeln.