Arnold Mario Dall’O
∗1960, Italy
lives and work in Merano, Italy
Arnold Mario Dall’O ist ein Künstler, der mit vielen künstlerischen Medien und Ausdrucksformen umzugehen weiß und sich nicht auf eine Technik oder Präsentationsform festlegen lassen will. Seine Zeichnungen und Buchillustrationen, seine Malereien, Skulpturen und Installationen schöpfen aus einer fundierten Kenntnis der Kunst- und Kulturgeschichte und konfrontieren den Betrachter mit aktuellen gesellschaftspolitischen und sozialen Fragestellungen, gepaart mit medien- und konsumkritischen Überlegungen. Mit dem Ausstellen von Kunst jenseits institutioneller Rahmenbedingungen ist Dall‘O gut vertraut, ist das doch ein entscheidender Aspekt und Antrieb seiner Arbeit. So begegnen uns seine Kunstwerke im urbanen Umfeld, auf der Straße oder in einer Tiefgarage, in öffentlichen Gebäuden, etwa dem Südtiroler Landhaus, Geschäften, Banken oder Hotels, aber auch in der freien Natur. Das Kunstwerk von Arnold Mario Dall’O ist eine suggestive Arbeit von emotionaler Dichte und sinnlicher Kraft – und bereits von weitem sichtbar. Auf einem vier Meter hohen Holzlattengerüst befindet sich ein großer Kopf, auf dessen Stirn sitzt ein kleiner Affe in Hockestellung. Dall‘O veranschaulicht uns in seiner Arbeit einen ganz unterschiedlichen Umgang mit dem Werkstoff Holz. Der Turm mit den rohen Holzpaletten steht in einem spannungsreichen Kontrast zu der bildhauerisch „traditionell“ geformten hellen Holzskulptur. Aus den Augen des überdimensionalen Kopfes rinnt Wasser, das Haupt ist symbolträchtig in Richtung der Berggipfel geneigt. Der Blick des Menschen auf die Natur und insbesondere auf die Berge ist ein kulturhistorisches Phänomen, das seit Jahrhunderten Imaginationsraum für Sehnsüchte, Vorstellungen und Bilder ist. Die unwirtliche Natur der Gebirge wird gefürchtet, und sie fasziniert, die Berge werden romantisch verklärt und touristisch vereinnahmt. Doch meist bleiben die Berge, so Dall‘O, nur eine Projektionsfläche für die Wünsche des Menschen, deren Erfüllung in den seltensten Fällen eintritt. Der Künstler spielt mit dem Umfeld der Fußgängerzone und dem beeindruckenden Ausblick, mit der Sehnsucht der Menschen und der Schönheit der Berge. Melancholie schwingt mit, Dall‘O lässt seine Skulptur weinen. Das Wasser hinterlässt Spuren auf Kopf und Paletten, besonders aber Wind und Wetter werden im Laufe der Ausstellungszeit Farbe und Gestalt des Holzes nachhaltig verändern.