Aron Demetz
∗1972, Italy
lives and work in Selva Gardena, Italy
Aron Demetz besucht die Kunstlehranstalt in Wolkenstein und die Akademie der Bildenden Kunst in Nürnberg. Seit 1999 lebt und arbeitet er in Wolkenstein / Gröden. Aron Demetz konzentriert seit Jahren sein Augenmerk auf die menschliche Figur, auf Zeitgenossen, auf Menschen um ihn, jedoch erstarrt in Posen der antiken Porträtkunst oder in bizarrer (unnatürlicher) Haltung. In der Serie des Homo Erectus, befasst sich der Künstler mit dem Bewusstsein des aufrecht gehenden Menschen und dem Umgang mit seinen Ursprünglichkeiten. Es sind drei glatte, fast kauernde Bronzefiguren welche Aron Demetz das Aussehen der Urmenschen verleiht.Homo erectus – Petra, Egon und Andrea
Das Werk Homo erectus – Petra, Egon und Andrea ist Sinnbild der Leidenschaft von Aron Demetz für die menschliche Figur, die durch die Abweichung der eigenen ästhetischen Sensibilität und des Zeitgefühls neu aufgearbeitet wird.
Die ausdrücklichen Rufe an die primitiven Kulturen verdeutlichen nicht den Wunsch, in die Vergangenheit zurückzukehren oder an Mythen anzulehnen, wohl aber die Idee des Künstlers, die menschliche Geschichte neu zu starten, indem sie eine Zukunft (dargestellt vielleicht durch das Kind auf den Schultern der Frau) ohne Kriege und Ungerechtigkeiten vor Augen führt, sowie an die eigenen ursprünglichen Wurzeln anknüpft.
Die Anatomie der Nackten ist von ausgesprochen antirhetorischem und neoprimitivem Charakter sowie von außergewöhnlicher Formreinheit. Der Raumbedarf wird durch eine einfache und kompakte Plastizität dargestellt. Das Werk gliedert sich in kauernde Posen oder, bei Andrea, der im Akt einen ersten Schritt zu vollziehen sich aus der würdevollen stehenden Position emporhebt. Jene Pose veranschaulicht, die die Grenze zwischen dem Menschen und seinem Ursprung bestimmt.
Die Gesten, die sich an eine gefühlvolle Gesetztheit richten, und die Blicke, die von Verwirrung geleitet sind, drücken tiefe und einsame Gefühle aus. Die Skulpturen beinhalten die ganze Bedeutung des Urgeheimnisses und die Würde eines antiken Zeremoniells.
Man kann sagen, dass es Aron Demetz gelungen ist, seine persönliche Vision der zeitgenössischen Skulptur mit jener der großen italienischen Tradition zu vereinen, indem er die Werte einer nicht idealisierten Menschheit darstellt, sondern einer geschichtlichen Menschheit, deren Wurzeln er im Dialog mit der Natur, oder genauer, mit seinen Bergen und in der schöpferischen Kraft der Materie, ermittelt.