Arnold Holzknecht
∗1960, Italy
lives and work in Ortisei, Italy
“Wo bin ich?” - Mit der Skulptur in monumentaler Größe „Spielzeug aus dem Grödnertal” wagt Arnold Holzknecht sich an ein dar-stellendes Genre heran, das in der ladinischen Region eine lange Tradition hat. Die typische, von den Grödnern ab Mitte des achtzehnten Jahrhunderts in Holz geschnitzte Puppe wird vom Bildhauer wieder aufgenommen und riesengroß dargestellt, wobei sowohl die realistischen Züge als auch die beweglichen Gelenke beibehalten wurden. Für das Konzept des Künstlers ist es nicht wichtig, neue Figuren zu erfinden, sondern existierende Formen auf andere Art und Weise neu darzubieten. Eine Wiederholung auf andersartige Weise, die ein Beispiel für den veränderten Lauf der Dinge darstellen soll.Die Besonderheit dieses Werks liegt darin, hiermit die klassische Art der Nippfigur auf Sockel, die auf einem Untersatz sitzt oder steht, wieder aufgenommen zu haben. In diesem Falle wird sie direkt auf den Boden gestellt und an der Seitenwand der St. Antonius-Kirche verankert. Ihr Oberkörper ist gedreht, so dass sie ihr Gesicht mit dem erhobenen Arm verdeckt. Der Titel des Werks „Wo bin ich?“ belädt sich mit einem archaischen, von Verweisen angefülltem kontemplativen Wert: Wenngleich die Abstammungslinie in Bezug auf die örtliche Tradition klar ist, so ist die diesem Spielzeug vorbehaltene Zukunft auch im Hinblick auf die Konkurrenz der industriellen Verfahren und der Serienproduktion von Gegenständen längst nicht so selbstverständlich. Die Monumentalität dieser enorm großen Holzpuppe scheint ihren individuellen und eigenständigen Platz in der Geschichte der Bildhauerkunst zu fordern.