Fernando Sànchez Castillo

∗1976, Spain
lives and work in Madrid, Spain

Fernando Sánchez Castillos öffentliche Skulptur, die für die Biennale Gherdëina konzipiert wurde, bezieht sich auf die Tradition der so genannten "Nagelmänner" - eine Form der Kriegspropaganda und des Spendensammelns für Angehörige der Streitkräfte während des Ersten Weltkriegs. "Nagelmänner" bestanden aus hölzernen Statuen, in die im Austausch gegen Spenden Nägel geschlagen wurden. Sánchez Castillo interpretiert Grödens berittenen Kreuzritter des heiligen Ulrich neu, indem er die symbolische Bedeutung des Denkmals aktualisiert und einen zeitgenössischen Anti-Helden für post-heroische Zeiten der Gewalt und des Terrors erschafft. Seine Version einer lokalen "Nagelmann"-Statue besteht aus einer lebensgroßen Holzfigur eines bewaffneten und uniformierten Polizisten auf einem Pferd, wie man sie oft bei der Kontrolle von Bürgerunruhen oder Massenkundgebungen sieht. In Sánchez Castillos Kunst der Maskerade und ironischen Verdrehung wird ein berüchtigtes Symbol staatlicher Macht und Herrschaft zu einer historischen Erzählung über Patriotismus, Kollektivität und Zugehörigkeit.

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