Dormancy von Jacopo Belloni – eines der Werke, die vom 31. Mai bis 13. September 2026 Teil von (Future) Paradise Gardens, der zehnten Ausgabe der Biennale Gherdëina, kuratiert von Samuel Leuenberger, zusehen sein werden – zählt zu den Gewinnerprojekten der 14. Ausgabe des Italian Council 2025. Das Förderprogramm der Generaldirektion für zeitgenössische Kreativität des Kulturministeriums verfolgt das Ziel, italienische Gegenwartskunst international zu fördern.
Dormancy entfaltet sich in zwei Phasen, in zwei skulpturalen Zyklen. Der erste Zyklus, Dormienti (Schlafende), besteht aus einem Samen-Behältnis – einer Art Schrein oder Reliquiar, der Samen enthält, die gemeinsam mit Vereinen und Gruppen der jeweiligen Ausstellungsorte, in diesem Fall Gröden, untersucht und gesammelt werden.
Der zweite skulpturale Zyklus, Nenie (Klagelieder), umfasst Skulpturen aus Kupfer-Destillatoren, die als Extraktoren zur Gewinnung ätherischer Öle von Pflanzen, mit beruhigenden und schlaffördernden Eigenschaften, dienen. Der zweite skulpturale Zyklus, koproduziert mit der Biennale Gherdëina, soll zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Garten beitragen – der nicht nur Schutzraum für Flora und Fauna ist, sondern auch ein Ort, an dem Vorstellungen einer gerechten und gleichberechtigten Zukunft Gestalt annehmen. Zudem wird Dormancy von der Arbeitsgruppe Ackerbau und Arznei- und Gewürzpflanzen des Versuchszentrums Laimburg wissenschaftlich begleitet, dem führenden Forschungsinstitut für Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung in Südtirol.
Im Dachgeschoss eines alten Schulgebäudes in St. Christina setzt sich Dormancy, bestehend aus beiden skulpturalen Zyklen, sowohl mit den biologischen als auch mit den emotionalen Dimensionen des Innehaltens auseinander. Sie laden die Besucher*innen zu einer verlangsamten Wahrnehmung ein, in der Dormanz nicht als Abwesenheit erscheint, sondern als ein Zustand des Ausharrens – ein Zwischenraum, in dem sich Leben zurückzieht, vorbereitet und leise fortbesteht.
Der erster Teil des Projekts wurde in Zusammenarbeit mit dem Centre d’Art Contemporain Genève in der Ausstellung Jardins Défiants (Defiant Gardens), kuratiert von Elise Lammer, vom 10. September bis 25. Oktober 2025 in der Halle Nord in Genf produziert und gezeigt. Ab Ende Mai 2026 wird der zweite Teil des Projekts nun im Rahmen der Biennale Gherdëina 10 zu sehen sein. Darüber hinaus wird Bellonis Projekt im Rahmen von Fogo Fátuo, einer Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Galeria Municipal do Porto in Portugal, am 4. Juli vorgestellt und in einem Vortrag im Rahmen von Triangle-Astérides im Sommer in Marseille präsentiert. Im Rahmen der Biennale Gherdëina wird zudem im Laufe des Sommers eine spezielle Samenernte für die Skulptur organisieren. Abschließend wird Dormancy in die permanente Sammlung der GAMeC – Galleria d’Arte Moderna e Contemporanea di Bergamo aufgenommen.
Das Projekt wird mit Unterstützung der Generaldirektion für zeitgenössische Kreativität des Kulturministeriums im Rahmen des Programms Italian Council (14. Ausgabe, 2025) realisiert, das der internationalen Förderung italienischer Gegenwartskunst gewidmet ist.