Isabell Pitscheider

∗1972, Italy
lives and work in Selva Gardena, Italy

Wurde in Bozen am 18.03.1969 geboren.
Besucht die Kunstschule in Wolkenstein und St. Ulrich. Studium an der Kunstakademie von Urbino. Lebt und arbeitet in Gröden.

Isabell Pischeider nennt Ihre Werke „Wunsch“: die Sehnsucht der Rückkehr, indem die Münze in den Brunnen geworfen wird; der Wunsch der im Gruß laut wird, wenn man dem Mitmenschen „einen schönen Tag“ wünscht oder die Sehnsucht, die das Herz den Sternschnuppen in der Nacht des Hl. Lorenz anvertraut. Und nicht zuletzt, der Wunsch in der Spende einer kleinen Kerze, die man in der Kirche des Hl. Antonius anzündet. Diesen Aktionen, die bereits in sich ihre ganzen Wiederholungen beinhalten, möchte die Künstlerin die Würde und die Heiligkeit zurückgeben. Dennoch enthüllt sie das vergängliche Aussehen und offenbart deren ganzen Schmerz. Sie teilt daher die ernüchternde Vision über den westlichen Christentum oder die Verehrung des Konsums, des Amerikaners Jack Pierson, der 1996 ein Kreuzer findet wessen Arme die Wörter „desire“ und „desperation“ sind. Der bedeutungsvolle Inhalt dieses sprachlichen Geflechts veranschaulicht, dass jede Bitte unsererseits mit einer Enttäuschung erwidert wird, da der Wunsch an und für sich in seiner Erfüllung unerschöpflich ist. Und wenn es stimmt, wie Einstein behauptet, dass die Kunst dort anfängt wo „die Welt aufhört die Bühne unserer Hoffnungen und unserer Wünsche zu sein, um zum Objekt der freien Neugierde und der Betrachtung zu werden“, dann erkennen wir in der wirksamen Geste von Isabell Pitscheider ihre intensive ästhetische Qualität.

Isabell Pitscheider erreicht, indem das künstlerische Thema von ihren üblichen Objekten und Materialien verlagert wird und die Suche der eigenen Kenntnis als Ziel gesetzt wird, eine Kunst der Konzeptualität, ausgerichtet auf die Anwendung der Formen, Gegenstände und Gesten, welche neue und persönliche Werte erlangen. So ist der Lichtstrahl, der durch eine Unmenge vieler kleiner Flammen den Raum imInneren und außerhalb der Antoniuskirche mit lebhaftem Schillern überflutet. Für die Künstlerin eine Metapher der strahlenden Stimmung des Lebens und der Freude ohne jegliche Erwartungen

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