Linda Jasmin Mayer
∗1986, Meran, Italy
Das Zusammenspiel von Mensch und Natur sowie Migration undEntfremdung sind die Hauptthemen, die Linda Jasmin Mayer vorwiegend in Videoarbeiten und Installationen, sowie in skulpturalen oder performativenWerken entwickelt. In ihrem bisher umfangreichsten Werk, Dove fermarsi?(2017-23), einer mehrteiligen Videoarbeit, wandern sieben Vogelmenschen durch unterschiedlichste Landschaften, angetrieben von ihrem Verlust derZugehörigkeit, und auf der Suche nach einer neuen möglichen Bestimmung.Die Arbeit basiert auf einer Studie zum Verhalten von Zugvögeln und den individuellen Charakterzügen von unterschiedlichsten Vogelarten, und verbindet ihre Geschichten mit den Problematiken von kultur- und grenzübergreifenden Migrationsbewegungen. Das Thema der Metamorphose zwischen Mensch und Natur greift Linda Jasmin Mayer in ihrer eigens für Biennale Gherdëina 9realisierten Arbeit Drifterswieder auf. Dabei geht sie von einer Recherche rundum die kleinsten Lebewesen unseres Planeten, das Plankton (griechisch „dasUmherirrende“), aus, indem sie einerseits auf die Entstehung der Dolomitenaus der Ablagerung von Meeresorganismen verweist, und gleichzeitig die unverzichtbare Funktion dieser Organismen für das zukünftige Leben thematisiert. Inspiriert von den Formen und Farben dieser pflanzlichen und tierischen Wesen, entwickelt die Künstlerin in Zusammenarbeit mit demBühnenbildner Andrea Ferri anthropomorphe Masken, sowie eine Performance, indem sie sich an die im Dolomitengebiet heimische Figur des „wilden Mannes (wilden Menschen) anlehnt, einer Gestalt mit rituellem Charakter, die im Volksglauben in ganz Europa verankert ist.
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