Talar Aghbashian

∗1981, Beirut, Lebanon

Die libanesisch-armenische Künstlerin Talar Aghbashian hinterfragt unsere Beziehung zur natürlichen Landschaft anhand von Malereien, in denen sie weniger bestimmte Orte darstellt, sondern vielmehr Abstraktionen von Landschaften und Ruinen. Die Werke, die alle mit Ölfarbe auf Leinwand gemalt sind, behalten eine gewisse Mehrdeutigkeit bei: Es ist schwer zu bestimmen, ob es sich um eine Bergkette, einen Wald oder den Umriss einer Stadt, einen Vulkanausbruch oder ein explodiertes Gebäude handelt. Einige Malereien scheinen vom Wasser überschwemmte Gebiete darzustellen, in denen sich die Künstlerin eine Vergangenheit vorstellt, in der Berge einst Korallenriffe waren, oder eine nahe Zukunft, in der durch die globale Erwärmung geschmolzene Gletscher Täler in Wasserbecken verwandeln werden. Die in Pontives gezeigten Werke zeichnen sich durch eine Palette aus, die sich auf kalte Farben, Schwarz, Grau, Blau und Grün konzentriert, wobei der langsame Aufbau von Bildschichten mit einem schnellen Strich kontrastiert wird, der die Themen auf dynamische und vitale Weise umsetzt. Die Arbeiten werden von Figuren bevölkert, in denen die menschliche Gestalt und die Landschaft zu einer Einheit verschmelzen, zu einer Balance der Körper, die durch ihr Lebendig sein miteinander verbunden sind. Es scheint fast so, als wolle die Künstlerin die Betrachter*innen einladen, die Landschaft nicht nur als festes, unveränderlichesGebilde zu betrachten, sondern an dem Leben teilzunehmen, das sich im Bildhorizont bewegt.

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