Julius von Bismarck

∗1983, Breisach am Rhein, Germany

In seinen Arbeiten untersucht Julius von Bismarck die Idee der Natur als kulturelles Erzeugnis und soziale Fiktion.Seine Recherchen sind untrennbar mit der wissenschaftlichen Forschung verbunden, und nehmen verschiedeneFormen an: von Skulpturen bis zu Fotografien, von Installationen bis zu Videos zu performativen Aktionen. In einer seiner jüngsten Arbeit -The Elephant in theRoom(2023) - hat der Künstler ein Reiterdenkmal von Otto von Bismarck, - eineNachbildung einer öffentlichen Skulptur in Bremen, - einer präparierten Giraffe gegenübergestellt, die beide auf einem Sockel stehen. Unerwartet fallen beideStatuen in sich zusammen, zerlegen sich, bis sie fast umfallen, um sich anschließend wieder zu einer ganzen Skulptur zusammenzusetzen. Das Projekt dekonstruiert buchstäblich und konzeptuell die Idee des Denkmals und konzentriert sich auf zweigegensätzliche Mythologien: jene der deutschen Geschichte und jene der durch die Linse des Exotismus gelesenen Natur. FürThe Parliament of Marmots entwarf von Bismarck ein neues Reiterstandbild, das im Zentrum von St. Ulrich aufgestellt wurde. Statt eines siegreichen Kriegers reitet ein stolzer Borkenkäfer im Sattel, ein kleiner, in der Natur vorkommender Schädling, der aufgrund der globalenErwärmung und menschlicher (Un-)Tätigkeit in den letzten Jahren die Wälder der Dolomiten heimgesucht und das Absterben ganzer Waldgebiete verursachthat. Indem er das Insekt als Eroberer darstellt, thematisiert der Künstler mit dem reitenden Borkenkäfer den Menschen als eine der größten Plagen für seine eigene Umwelt.

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