Markus Vallazza + Martino Gamper

∗1936/1971, Ortisei, Italy/Merano, Italy
† 2019, Bolzano/Lives and works in London

Markus Vallazza hat sich in seinen Zeichnungen und Radierungen ein Leben lang mit klassischen und zeitgenössischen Werken aus der Literatur auseinandergesetzt, und seine Werkzyklen entstanden als freie, kühn assoziative Bilder zu den literarischen Vorlagen und Texten. Neben seiner intensiven Auseinandersetzung mit Figuren wie Casanova, Don Quichote und Dante Alighieri, in denen gelegentlich auch autobiographische Anspielungen zu entdecken sind, beschäftigte er sich auch über längere Zeit mit den weiblichen Heldinnen der Fanes-Sagen aus dem Dolomitengebiet.

Das historische Gasthaus Traube im Ortskern von St. Ulrich war jener Ort, wo sich Vallazza während seiner Zeit in Gröden täglich am Abend mit seinen Freunden traf. Dieser Ort wird nun zum Ausstellungsraum eines Zyklus von Tusche- und Rötelzeichnungen, welche der Künstler 1992 zum Buch Die Frauen aus Fanis der Schriftstellerin Anita Pichler fertigte, eine visuelle Vorstellungswelt rund um die mythischen Heldinnen der Fanes und ihre Verbindung mit den Murmeltieren. Anita Pichler hatte die Erzähltradition rund um die von Karl Felix Wolff erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschriftlichte Sagenwelt der Fanes nach eingehenden Studien und in enger Zusammenarbeit mit der Wissenschaftlerin Ulrike Kindl umgekrempelt und aus neuer Sicht erzählt.

Der renommierte Südtiroler Designer Martino Gamper kreierte speziell für diese Ausstellung im Gasthaus Traube das Ausstellungsdesign für die Zeichnungen von Vallazza. Gamper arbeitet an der Schnittstelle zwischen Design und Kunst und interessiert sich in seinen Werken für die sozialen und erzählerischen Aspekte, indem er Geschichten von Materialien, Techniken, Personen und Orten vereint.

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