Katia Kameli

∗1973, France

Die Arbeit der französisch-algerischen Künstlerin Katia Kameli ist engmit ihrer eigenen Herkunft und den verschiedenen Kulturen verbunden, die ihre Identität ausmachen. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen erforschtsie in ihren Werken die “Zwischenbereiche”, in denen die traditionelle auf diezeitgenössische Kultur trifft, wobei sie sich vor allem auf Gebiete wie Afrika, denNahen Osten und den Mittelmeerraum konzentriert. Durch Sound, Video undFotografie arbeitet die Künstlerin wie eine Übersetzerin, indem sie Sprachen und Identitäten vermischt und eine neue hybride Ausdrucksweise schafft. Das in Pontives gezeigte Werk, Huppe(2022), ist eine Klangskulptur, die Teil einer choralen Skulpturengruppe ist, die anlässlich der Ausstellung im Zentrum für zeitgenössische Kunst La Criée mit dem TitelLe Cantique des oiseaux(DerGesang der Vögel) entstand. Der Titel der Ausstellung stammt aus der jüngstenÜbersetzung (herausgegeben von Leili Anvar) des Gedichts des persischen Autors Farîd-ud-Dîn ‘Attâr aus dem 12. Jahrhundert. Der Text erzählt von der Reise eines Schwarms verschiedener Vögel, angeführt von dem weisesten unter ihnen, dem Wiedehopf (persisch: hodhod), auf der Suche nach Simorgh, einem mythologischenWesen der persischen Tradition, das auf dem Gipfel des mythischen BergesQaf leben soll. Auf dieser Reise durch sieben Täler, die nichts anderes als eineMetapher für das Leben ist, lassen einige der Vögel ihre Gefährten im Stich, und nur etwa dreißig erreichen das Ende der Reise und erkennen, dass Simorgh ihr eigenes Spiegelbild ist. Kameli übersetzt den Text des Gedichts in eine Schar vonKeramikvögeln unterschiedlicher Größe, von denen jeder eine eigene Melodie erzeugt, welche von der Künstlerin zu einem Chor zusammengefügt wird, der wiederum für Selbstfindung und kollektives Handeln stehen kann.

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