Michael Höpfner
∗1972, Krems/Donau, Austria
Die künstlerische Recherche von Michael Höpfner besteht aus analogenSchwarz-Weiß-Fotografien, Zeichnungen, Installationen und Skulpturen, die von seinen wochenlangen Reisen zu Fuß in die entlegensten Gebiete Osteuropas,Chinas und Asiens erzählen. Nur mit einer analogen Hasselblad Fotokamera ausgerüstet, versteht Höpfner das Gehen in reinen Naturwelten als künstlerischenDenkprozess, immer auf der Suche nach den Qualitäten von Existenz in dieser Welt von Kargheit und Bescheidenheit. Startpunkt dieser Recherche waren seine zwischen 2000 und 2008 erfolgten monatelangen Aufenthalte auf dem tibetischenHochplateau, in einer Welt auf über 4.500 Metern Meereshöhe. Seine künstlerischeArbeit war geprägt von einer existentiellen Suche, von der Begegnung mitHirt*innen und Nomad*innen, und dem Eintauchen in deren Lebensweise. Als zuFuß Geher interessiert sich Höpfner für den Boden unter seinen Füßen und wie sich die Welten vor ihm in seinen Schritten erschließen. Die Fotos, Zeichnungen und schriftlichen Notizen dienen als Materialien, um die scheinbare Weite,Leere und Einsamkeit im Detail und aus der Distanz zu beobachten und zu verarbeiten. FürThe Parliament of Marmotsbefasste sich Michael Höpfner mit den mythologischen, geologischen und philosophischen Dimensionen des FanesPlateaus inmitten des Naturparks der Dolomiten, wo sich die Sage der Murmeltiere abgespielt haben soll. Ausgehend von der von Gilles Deleuze und Felix Guattari in Mille pleateaux (1980) beschriebenen Vorstellung des Plateaus als rhizomatische Struktur und als „kontinuierliche, selbstschwingende Region von Intensitäten“,entwickelte Höpfner für die Räume im historischen Hotel Ladinia in St. Ulrich einumfangreiches neues Werk mit anthologischem Charakter. Dazu unternahm erWanderungen im Grödnertal und überquerte den Djebel Serj in Tunesien, und ertauchte ein in die tausenden von Negative und hunderten von Notizbüchern, die ervon seinen Reisen zu den Hochplateaus dieser Welt und von seinen Begegnungen mit Hirten- und Nomadenvölkern in den letzten 25 Jahren mit nach Hause gebracht hatte.
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