Valentina Furian

∗1989, Italy

Valentina Furian setzt Film, Performance und Fotografie ein, um dasVerhältnis zwischen Realität und Fiktion, zwischen Mensch und Natur und zwischen den verschiedenen Arten, insbesondere den Tieren, zu untersuchen. In ihren Filmen befasst sie sich speziell mit dem Prozess der Domestizierung vonTieren, die die Protagonisten ihrer bewegten Bilder sind, und erzählt einerseits von der Verlassenheit der wilden Welt und andererseits von der Behauptung der menschlichen Dominanz über die Natur. In der Videoarbeit55(2019) beispielsweise richtet die Künstlerin ihr Objektiv auf einen Hund, der etwas Brennendes im Offen bellt und anknurrt. Im Licht der Flammen kann man die weißen Reißzähnedes Tieres erkennen, das durch das Feuer - das primäre Werkzeug des Menschen- bedrängt wird, und sein verzweifeltes, unaufhörliches Bellen versetzt dieBetrachter*innen ebenfalls in einen Zustand der Beklemmung. Das erstmals in The Parliament of Marmots gezeigte VideoCentauro(2023), das in BuenosAires mit Unterstützung der Fundación PROA produziert wurde, konzentriert sich auf die mythologische Figur des Zentauren, einer Kreatur, halb Pferd und halb Mensch. Das Kameraobjektiv fokussiert auf die nervösen und verhaltenen Bewegungen des domestizierten Tieres: Muskeln spannen sich an, Gelenke beugen sich. Die vom Boden abgesetzte Leinwand ermöglicht die Betrachtung von beiden Seiten, wodurch die Betrachter*innen in das Bild einbezogen und Teil des Hybrids zwischen Realität und Fiktion, zwischen Mensch und Tier werden. Der skulpturale, überdimensionierte Körper des Tieres wird so zu einer Abstraktion, zu einer epidermischen Landschaft, zu einem in Bewegung befindlichen Gebirge, unaufhörlich in der Schwebe, ohne jemals zu verweilen.

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