Janis Rafa
∗1984, Greece
Janis Rafa bewegt sich zwischen Bildender Kunst und Film und schafft Werke, die Geschichten aus einem nicht-anthropozentrischen Universum erzählen.Oft spielen sie in Grenzbereichen und verlassenen Landschaften, am Rande des städtischen Gefüges und der menschlichen Gesellschaft. In ihren Erzählungen geht es um menschliche und nicht-menschliche Wesen, wie Tiere und Pflanzen,Lebendiges und Nicht-Lebendiges, und um Sterblichkeit, Koexistenz undEmpathie zwischen den Lebewesen. Der Spielfilm Kala azar (2020) erzählt dieLebensgeschichte eines jungen Paares, das in einem Tierkrematorium arbeitet,wobei der Titel auf eine Seuche verweist, die in den 1990er Jahren die europäischeHundepopulation dezimierte. In dem Film, der fast ohne Dialoge auskommt,durchqueren die beiden die Landschaft in der Umgebung einer griechischen Stadt, auf der Suche nach Tierkadavern am Straßenrand, welche sie einsammeln um sieeinzuäschern. Der FilmLandscape Depressions(2023), der in Pontives zu sehen ist, spielt an einem künstlichen See in Nordgriechenland. Die scheinbar natürlicheLandschaft ist in Wirklichkeit das Ergebnis eines tiefgreifenden menschlichenEingriffs: dem Bau eines Staudamms. Der Titel ist ein Wortspiel, das auf dem geologischen Begriff für ein Gebiet basiert, das tiefer liegt als seine Umgebung und natürlichen Seen ihre Form gibt. In dem Video schlafen die Menschen einen tiefen und ungestörten Schlaf, der sie in eine passive Haltung versetzt, während die Tiere den Raum und die Landschaft in Besitz nehmen. Die Stimme, die die Bilder begleitet, beschreibt die Konstruktion und die Materialität eines Staudamms mit den Worten des Architekten und Schriftstellers Aristide Antonas.
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