Aron Demetz

∗1972, Italy
lives and work in Val Gardena, Italy

Im Zentrum der skulpturalen Arbeit von Aron Demetz steht die lebensgroße menschliche Figur, die aus Holz, Gips oder Harz gefertigt ist und manchmal auch verkohlt wird. Für die siebte Ausgabe der Biennale Gherdëina präsentiert er eine neue Werkgruppe, in der der Körper seine ursprüngliche Form verliert und in neue Formen hineinwächst. Auf diese Weise reflektiert Demetz über die Erschaffung der Welt, das Leitmotiv der Biennale, indem er die feine Verbindung zwischen Mensch und Natur in fragilen Skulpturen übersetzt.

In der Nähe des Restaurant Traube befindet sich eine neu geschaffene und fragile Bronzeskulptur, die sich – im Sinne des menschlichen Eingriffs in die Natur – mit den Leitlinien von Effizienz und Künstlichkeit auseinandersetzt. Die handbemalte Skulptur zeigt zwei aufragende Äste zweier verschiedener Baumarten, die miteinander verbunden sind. Diese Verbindung erinnert an den Prozess der klassischen Veredelung (Pfropfung) und wird zusätzlich dadurch betont, dass die beiden Äste spiegelbildlich identisch zueinander angeordnet sind.

Die Werke der Ausstellung führen zudem die Frage nach Reduktion und Abstraktion in der Skulptur weiter. Der Betrachter sieht den Herstellungsprozess des Bronzegusses direkt vor sich, mit Gießkanälen, Steigern und Entlüftungskanälen. Die eigentliche Skulptur fehlt vollständig oder bleibt im feuerfesten Tonstein verborgen, der den Guss umgibt.

Demetz erklärt, dass er nach der Form sucht, um den künstlerischen Prozess des Gießens sichtbar zu machen, der normalerweise als verborgener Akt stattfindet. Auf diese Weise erweitert er den Akt der Schöpfung auch auf den Betrachter. Indem er den Guss direkt als künstlerischen Akt thematisiert, gibt er seinem Arbeitsprozess zugleich einen intimen Kommentar zur Welterschaffung, verstanden als skulpturaler Ansatz des künstlerischen Arbeitens.

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