Antje Majewski
∗1968, Germany
lives and work in Berlin, Germany
Die deutsche Künstlerin Antje Majewski (*1968, Deutschland) verfolgt in ihrer Arbeit einen kollaborativen, transdisziplinären Ansatz und lädt Kollegen aus verschiedenen Teilen der Welt ein, sich an einer poetischen Debatte über den ständigen Austausch zwischen Mensch und Natur zu beteiligen. Für die Biennale Gherdëina 7 realisierte sie ein Projekt mit dem Titel „Sculpture Forest Sanctuary”. Antje Majewski hat dazu ihre Künstlerkolleg*innen (Paweł Althamer, Agnieszka Brzeżańska, Alioune Diouf, Cecilia Edefalk, Paweł Freisler und Gregor Prugger) gebeten, Skulpturen zur Verfügung zu stellen, die dauerhaft in einem speziell ausgewählten Teil des Waldes – nahe des Teatro Pilat – aufgestellt wurden. Nach dem Vorbild der heiligen Wälder Westafrikas und Südchinas soll dieses Waldstück zu einer geistigen Stätte werden, in der die Gemeinschaft der Lebewesen und Geister gefeiert und beschwört werden kann. Alle Skulpturen in diesem Teil des Waldes sind aus Materialien gefertigt, die im Wald selbst gefunden wurden. So werden sie im Laufe der Zeit zerfallen und wieder Teil der Umwelt werden, damit der Wald frei von jeglicher Einflussnahme des Menschen bleibt.
Auf diese Weise versucht Majewski, eine tiefere Verbindung zwischen dem Wald, mit all seinen Lebewesen, und den Besucher*innen herzustellen, und mit der Positionierung der verschiedenen Werke einen besonderen Kontext zu schaffen, der gute Absichten und besondere Erfahrungen entstehen lässt. Das Skulpturenwald-Schutzgebiet wird so zu einer kleinen experimentellen Werkstatt, wo auch die Anpassung von Pflanzen, Insekten, Pilzen, Tieren und Mikroben an den Klimawandel untersucht werden kann.
Für den Ausstellungsraum im Hotel Ladinia im Zentrum des Dorfes St.Ulrich hat Antje Majewski eine abgewandelte Version ihres „Skulpturenheiligtums“ realisiert, wofür eine weitere Auflage der selben Skulpturen produziert wurden. Für diese hat Majewski eine eigens für die Räumlichkeiten konzipierte Ausstellungssituation geschaffen.