Stefan Rinck
∗1973, Germany
lives and work in Berlin, Germany
Die Sandsteinskulpturen von Stefan Rinck (*1973, Deutschland) erinnern an Figuren mittelalterlicher Bestiarien oder die Wasserspeier, wie sie auf den Dächern von Kathedralen und Türmen verwendet wurden, um böse Geister und Dämonen zu vertreiben. Rinck, der auch Germanistik und Philosophie studiert hat, findet seine Inspirationsquelle in verschiedenen Kunstepochen, Mythologien und den Traumwelten der Belletristik, welche er auf humorvolle Weise mit zeitgenössischen, comicartigen Gestalten und Formen kombiniert. Wie aus ihrer Zeit gelöst stellt Stefan Rinck seine Skulpturen entweder auf Sockeln oder direkt auf den Boden. Er reiht sie wie menschenähnliche Generäle in militärischen Formationen, um ihnen ihr dämonisches Potenzial zurückzugeben, das in unserer modernen Welt vergessen wurde. Als sprichwörtliche „Schwindler“ streben seine Figuren und Tiergestalten immer nach mehr, als es ihnen ihrer Herkunft nach erlaubt ist, und verstehen sich als Metaphern für die Evolution des Menschen, im Bewusstsein ihrer selbst, genau wie die Menschen, die aus dem Paradies vertrieben wurden. Deswegen streben die Skulpturen danach, sich intellektuelle Symbole anzueignen, wie z.B. spitze Hüte als Insignien der Gelehrsamkeit und Alchemie, Kreuze als Symbole der Moral, oder Gewänder als Zeichen profaner Macht, um ihre Vision zu speisen, den Menschen mit seinen ureigenen Mitteln zu besiegen.
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