Marinella Senatore
∗1977, Italy
lives and work in Rome, Italy and Paris, France
Marinella Senatore (*1977, Italien) ist eine multidisziplinäre Künstlerin, deren Praxis sich durch eine starke partizipatorische Dimension und einen ständigen Dialog zwischen Geschichte, Populärkultur und sozialen Strukturen auszeichnet. In ihrer Arbeit regt sie Formen der Begegnung zwischen Individuen, Gruppen und Gemeinschaften an, die in einer gemeinsamen Aktion einen Prozess transformativer Kräfte entwickeln, die letztlich auf die Zuschauer übergreifen. Auf diese Weise entwickelt sie funktionale Strukturen, die den kollektiven Raum erzeugen, den Betrachter aktivieren und ihn in die Gestaltung des Werkes selbst einbinden.Für die Biennale Gherdëina 7 produzierte Marinella Senatore die „Luminaria”, eine Installation aus Lichterketten, wie man sie von den festlichen Veranstaltungen auf den Straßen süditalienischer Städte und Dörfer kennt. Die Struktur ist mit einem leuchtenden Vers aus einem Gedicht des Südtiroler Künstlers und Poeten Franz Josef Noflaner verziert: “Die Sonne scheint, so lang die Sehnsucht weint”. Kraftvoll und energisch soll das Werk zum Symbol einer Gesellschaft in Bewegung werden. Darüber hinaus hat Senatore unter Einbeziehung der lokalen Gemeinschaft und auf der Grundlage der lokalen Klänge und Partituren in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Emiliano Branda und dem Chor Gherdëina den Soundtrack der Biennale Gherdëina 7 realisiert. Anhand eines Open Calls wurden Töne, Geräusche, Lieder und Stimmen gesammelt, welche Teil des täglichen Lebens und der Realität der Menschen des Grödentales sind, aus welchen dann ein authentisches Hörstück des ladinischen Tales produziert wurde.
In der Ausstellung im Trenker-Saal präsentiert Marinella Senatore zwei Serien von Collagen, zum einen „Exploring new ways of moving while forming new elective communities in the process“ (2017) zum anderen „Can one lead a good life in a bad life?” (2020). In beiden Serien kombiniert die Künstlerin fotografische Arbeiten mit Texten und mit farbigen grafischen Elementen. Als visuell eindringliche, virtuell inszenierte Räume können sie als Pendants zu den Aktionen und Performances im öffentlichen Raum verstanden werden, und gleichzeitig stellen sie die Kraft, Energie und Bewegung neuer gesellschaftlicher Gruppen zur Diskussion.