Kris Lemsalu
∗1985, Estonia
lives and work in Tallin, Estonia and Vienna, Austria
Die Installation von Kris Lemsalu (*1985, Estland) „HOLY HELL O“ (2018) ähnelt einem göttlichen Kreißsaal, zartrosa gestrichen, mit einer ikonischen Jacuzzi-Göttin in der Mitte, deren Kopf eine Vulva aus Keramik darstellt. Sie hat mehrere mit Strickwaren bekleidete Arme und wird von einer kunstvollen pastellfarbenen Steppdecke umsäumt. Bunte Figuren tauchen aus einer Ecke des Raumes in eine Wanne, die mit einer trüben Flüssigkeit gefüllt ist. Lemsalu’s groteske Fruchtbarkeitsstatue ironisiert auf spielerische Weise ihre großen Vorgängerinnen, indem sie ein Weihnachtsmärchen zitiert, dessen Aussage lautet: „(Die Geburt) ist wunderbar, aber sie ist auch voller Scheiße”. Die Künstlerin verwandelt ihr Werk in ein übernatürliches Reich, das mit jenseitigen, absurden Charakteren besetzt ist, die den Betrachter durch die Phasen der Geburt, des Lebens und des Todes führen. Kris Lemsalu spielt mit unserer Wahrnehmung der „Wirklichkeit”, indem sie eine weit entfernte, fantastische Welt erschafft, die gleichzeitig als unsere eigene erkennbar ist. „HOLY HELL O“ ist eine Ode an das Leben (und die Kunst), durchdrungen von Mysterien, Glanz und Abstoßung. Genauso wie die Biennale Gherdëina 7 selber, ist dieses Werk der Meditation über die Wege der Weltenbildung gewidmet.