Ingrid Hora
∗1976, Italy
lives and work in Berlin, Germany
Ingrid Hora (*1976, Italien) realisiert anhand einer multidisziplinären Arbeitsweise zwischen Objektkunst, Performance, Film und Installation Werke, in denen sie sich mit soziopolitischen Themenfeldern beschäftigt und gesellschaftliche Rahmenbedingungen austestet. Auf dem Vorplatz des Trenker Saales im öffentlichen Raum befindet sich ihre Arbeit „Palindrome“ (2014), welche aus einer Reihe von kreisförmig angeordneten Handläufen besteht, ähnlich jenen von Schubkarren, welche in der Mitte durch eine hölzerne Plattform miteinander verbunden sind. Weiters ist in der Ausstellung des Trenker-Saales das Objekt „The Great Leap Forward“ (2011) zu sehen, eine Skulptur aus Metall, zusammengesetzt aus mehreren Handläufen ähnlich den Gehhilfen für ältere Menschen. Die Besucher*innen sind aufgefordert, mit den Objekten zu interagieren und als Gruppe gemeinsam an den Objekten in Aktion zu treten. Es ist jedoch nicht möglich, als Einzelperson diese Objekte zu bewegen, es bedarf immer mehrerer Mitakteure. Auf diese Weise kann experimentiert werden, wie sich Menschen verhalten, sobald sie als Kollektiv unter veränderten Rahmenbedingungen miteinander in Aktion treten. Wie trifft man als Gemeinschaft Entscheidungen, wer übernimmt das Kommando, wer ordnet sich unter, wie spürt man was die anderen tun, und wie reagiert man darauf? Ingrid Hora bietet uns ein Spielfeld, in dem Situationen erprobiert werden können, welche uns als Gesellschaft fordern, gerade in Zeiten, in denen wir steten Veränderungsprozessen unterworfen sind. Die Fähigkeit des flexiblen gemeinsamen Agierens wird vor allem auch unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie und der sozialen Distanz zu einer grundlegenden Betrachtung unserer Zukunft als soziale Wesen.
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