Franz Josef Noflaner
∗1904, Italy
† 1989, Val Gardena, Italy
Franz Josef Noflaner (*1904 – †1989, Gröden) war ein Schriftsteller, Dichter und Maler, der im Grödental lebte. Im Laufe seines Lebens schuf er einen Dialog zwischen den drei Disziplinen, indem er sie zu einer bizarren Maschine der „Welterzeugung” verband. Im Zentrum seiner symbolträchtigen Malerei steht der Mensch, der über das fragile Beziehungssystem zwischen dem eigenen Ich und der Natur reflektiert. Im Hinblick auf den Schwerpunkt der diesjährigen Biennale erhalten die Kompositionen surrealer Bilder eine zeitlose Dimension und können im Einklang mit seiner bewegten Sprache interpretiert werden. Seine poetischen Texte sind wie ein Geflecht aus schönem Klang, gepaart mit einer ambivalenten Aussage, welche sich nicht in Behaglichkeit ausruht, sondern Bedeutungen wie beunruhigende Momente offenlässt. Das Archaische, die poetischen Imaginationen und archetypischen Szenen sind Komponenten, die sich durch seine Gedichte wie auch durch seine Bilder ziehen. Kunst ist bei Noflaner eine „Wunschmaschine“, welche Menschen, Dinge, Tiere und Pflanzen verwandelt und transformiert, voller Metaphern, wie in einem Laboratorium einer vormodernen, zeitlosen Welt.Für die Biennale Gherdëina 7 ließen sich der Kurator Adam Budak und die italienische Künstlerin Marinella Senatore von folgender Verszeile inspirieren: „Die Sonne scheint, solang die Sehnsucht weint”. So verwendeten sie den Vers als Zitat für die Lichtskulptur der „Luminaria“ von Marinella Senatore, deren rote Neonbuchstaben den Eingang zum Ausstellungsraum des Trenker-Saales erleuchten. Zusätzlich war eine Auswahl von Noflaners Gemälden und Zeichnungen in der Ausstellung der Biennale zu sehen.