Álvaro Urbano
∗1983, Spain
Álvaro Urbano (1983, Madrid, Spanien) lebt und arbeitet in Berlin. In seiner Arbeit nutzt er ein breites Spektrum an Medien – von Installation bis Skulptur, von Video bis Performance –, um immersive Umgebungen und Architekturen zu schaffen, die die Wahrnehmung des Publikums prägen. Die lyrischen und narrativen Kulissen, die Urbano im Ausstellungskontext schafft und bei denen er auch auf seine Sensibilität für Theater und Film zurückgreift, erzählen Geschichten von Parallelwelten, Halluzinationen und komplexen Simulationen.„Mich interessiert das Leben eines Objekts, nicht die Replikation dessen, was bereits existiert, sondern die Nachahmung seines Lebens und das Einbringen in eine Umgebung, die die Fähigkeit besitzt, eine Geschichte zu erzählen. In meinen Installationen, Umgebungen und Skulpturen gibt es oft einen Moment der Täuschung, da sie fast wie Hinweise auf eine konstruierte Realität wirken. So können beispielsweise Zigarettenkippen auf dem Boden Spuren einer Person sein oder trockene Blätter in einer Raumecke ein Hinweis auf einen Windstoß. Treten diese Situationen in einem Museum auf, einer Institution, in der bestimmte Protokolle befolgt werden müssen, verändern sie die Realität. Eine subversive und sogar politische Handlung.“
In der Sala Trenker präsentiert Urbano die Installation Zwischenzeit. Sie besteht aus einer historischen Straßenlaterne aus der ehemaligen DDR und einer Gruppe von Blättern, die auf dem Boden darunter liegen. Jedes der Blätter wurde aus Metall geformt, von Hand bemalt und zeigt durch den Farbwechsel des Laubs die verschiedenen Jahreszeiten.
Die Straßenlaterne flackert und dimmt in zufälligen Abfolgen und simuliert so einen inneren Dialog oder vielleicht ein intimes Gespräch. Dies ist eine Antwort auf Urbanos Hinterfragung des geheimen Lebens von Objekten und Kunstwerken und der Frage, wie sie sich als autonome Charaktere verhalten würden.
Der leuchtende Rhythmus versetzt das Publikum sanft in einen Zustand der Kontemplation, beleuchtet die umgebenden Kunstwerke und taucht den Ausstellungsraum in eine nächtliche Atmosphäre. Mit dieser Arbeit vertieft Urbano sein Interesse, die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zu verwischen und spekulative Erzählungen zu entwickeln, die sich aus alltäglichen Artefakten ableiten.
This project has been made possible with the support of Acción Cultural Española (AC/E)