Dorota Gawęda & Eglė Kulbokaitė

∗1987, Lithuania, 1986, Poland

Dorota Gawęda (1986, Lublin, Polen) und Eglė Kulbokaitė (1987, Kaunas, Litauen) sind ein Künstlerduo mit Sitz in Basel. Beide schlossen 2012 ihr Studium am Royal College of Art in London ab und arbeiten seit 2013 zusammen.

Ihre künstlerische Praxis umfasst verschiedene Medien, von Video und Performance bis hin zu Installation und Malerei, oft mit der Absicht, immersive Umgebungen zu schaffen, die verschiedene Sinne ansprechen – darunter auch Gehör und Geruch. Das osteuropäische Erbe der beiden Künstlerinnen lässt sich in vielen der in ihren Werken heraufbeschworenen Figuren nachverfolgen: Wiegenlieder und Volkslieder, mythologische Figuren wie Vampire oder Dämonen sowie sakrale Rituale – all dies vermischt mit digitaler Bildbearbeitung und industriellen Materialien, wodurch eine Brücke zwischen Menschlichem und Nicht-Menschlichem, Natürlichem und Synthetischem, Realität und Fiktion geschaffen wird. „Folklore ist für uns interessant, weil sie sich im Laufe der Zeit von Gemeinschaften formen lässt und stets im Fluss bleibt. Sie hat das Potenzial, uns Gegenbedeutungen und Gegengeschichten zu liefern.“

Im Hotel Ladinia präsentieren Gawęda und Kulbokaitė eine ortsspezifische Installation, die Skulptur, Klang und Licht vereint. Elemente der Serie Dead Ringer – beim CERN gefundene Aluminiumobjekte und mit Seife behandeltes Holz – sind in einem Zustand der Aktivierung angeordnet. Sie werden durch eine choreografierte Lichtsequenz moduliert, die zwischen Enthüllung und Verhüllung wechselt. Die Skulpturen, die als unvollständige Doppelgänger erscheinen, oszillieren zwischen Präsenz und Abwesenheit.

Die Installation entfaltet sich durch die 30-minütige Klangschleife Brood (Scene 5: and her hair parted on the left side) (2026), die gemeinsam mit der polyphonen Gesangsgruppe Isokratisses in der Tradition von Epirus (einer geografischen und historischen Region im Südosten Europas, die heute zu Griechenland und Albanien gehört) und dem Musiker OXHY entwickelt wurde. Die Komposition verwebt Wiegenlieder, Klagelieder und Liebeslieder zu einer zyklischen Struktur, die mit den bergigen Eigenschaften der Dolomiten mitschwingt. Ein 360-Grad-Soundsystem lässt Stimmen durch den Raum zirkulieren, während kalibriertes Licht auf deren Intensität reagiert und eine immersive Umgebung erzeugt, die von Wiederholung, Resonanz und subtiler Desorientierung geprägt ist.

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