Pedro Abu Wirz & Michael Marder

∗1981, Brazil/Switzerland, 1980, Canada/Portugal

Pedro Wirz (1981, Pindamonhangaba, Brasilien) ist ein schweizerisch-brasilianischer Künstler, der derzeit in Zürich lebt. Michael Marder (1980, Moskau, Russland) ist Ikerbasque-Forschungsprofessor für Philosophie an der Universität des Baskenlandes (EHU) in Vitoria-Gaste.

Wirz’ fröhliche künstlerische Praxis ist vorwiegend skulptural und installationsbasiert. Er bedient sich einer breiten Palette von Materialien – von solchen, die traditionell mit Kunst assoziiert werden, über Restmaterialien aus seinem Atelier bis hin zu organischen Stoffen wie Bienenwachs, Erde oder Elementen tierischen Ursprungs. Aufgewachsen in Brasilien als Sohn eines Agronomen und einer Biologin reflektiert Wirz die Welt um uns herum, indem er ihre ökologischen, kolonialen, extraktiven und sozialen Mechanismen analysiert – in einer organischen Verschmelzung von Wissenschaft und Übernatürlichem.

Marder ist Philosoph und Autor zahlreicher Publikationen. Er ist vor allem für seine Studien zur Philosophie der Pflanzen und für das Konzept des „Plant-Thinking“ (Pflanzliches Denken) bekannt.

Am zentralen Brunnen präsentieren Wirz und Marder zwei zerbrechliche, menschenähnliche Figuren, die aus Ästen, Zweigen, Erde und lebendem Pflanzenmaterial zusammengesetzt sind. Diese „Gartenkörper“ evozieren eher einen Prozess als ein festes Bild: Wachstum, Verfall und Verwandlung, die sich gleichzeitig entfalten. Ihre Materialien sind nicht träge, sondern dem Wandel unterworfen; sie trocknen allmählich aus, zersetzen sich und kehren schließlich in die Umgebung zurück. In diesem Sinne repräsentieren die Figuren das Leben nicht; sie nehmen daran teil.

Das Projekt entspringt einem gemeinsamen Interesse an der Zersetzung als schöpferische Kraft. Marder schrieb eine Kindergeschichte mit dem Titel The Apple that Dreamt of Soil: A Story of De-------Composition, in der der Verfall kein Ende markiert, sondern zur Voraussetzung für eine Neukomposition wird, in der sich Materie zu neuen Formen umordnet. Als Fortsetzung dieses Dialogs zeichnen Wirz’ Werke – die als Reaktion auf Marders Text entstanden sind – parallele Zyklen der Transformation nach und verbinden Skulptur, Bild und Gedanken zu einem offenen, sich entwickelnden Ökosystem. Sowohl die Geschichte als auch die Zeichnungen sind im Wirtshaus Traube zu sehen, einem Restaurant mit Blick auf den Platz, auf dem sich der Brunnen befindet.

Zudem werden Wirz und Marder einen Workshop für Kinder und Jugendliche leiten. Mithilfe des Zeichnens als primäre Methode werden die Teilnehmenden sich mit der Materie und der Art und Weise, wie wir zusammengesetzt sind – sowohl wörtlich als auch metaphorisch – auseinandersetzen.

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