Gregor Prugger & Leonora Prugger

∗1954, Italy, 1995, Italy
lives and work in Ortisei, Italy Nürnberg, Germany

Gregor Prugger (1954, St. Ulrich, Italien) und Leonora Prugger (1995, Bozen, Italien) sind zwei Künstler aus Gröden. Gregor Prugger lebt nach wie vor im Tal auf seinem Familienhof Pilat oberhalb von St. Ulrich, den er in ein Künstleratelier umgewandelt hat. Seine Tochter Leonora Prugger lebt seit mehreren Jahren in Nürnberg, Deutschland.

Die ladinische Identität beider Künstler ist in ihren Werken deutlich sichtbar. Gregor Prugger nimmt unter den Bildhauern des Grödnertals eine der bedeutendsten Positionen in der zeitgenössischen Kunst ein. Holz ist das Hauptmaterial in seiner Arbeit. Er behandelt es als lebendiges und formbares Element und verleiht ihm Formen und Volumen, die die organische Natur und Geschichte des Holzes selbst widerspiegeln. Seit einigen Jahren entwickelt Leonora Prugger – vor allem durch die Malerei – eine Reflexion über das Konzept des Endemismus. Dabei geht es ihr darum, dass endemische Arten nicht nur Identität und Verwurzelung an einem Ort oder in einer Gemeinschaft repräsentieren, sondern auch die Geschichte eines langen Prozesses der Anpassung an extreme Bedingungen erzählen. Wie die Künstlerin selbst sagt: „In Zeiten, in denen ökologische und kulturelle Systeme gleichermaßen bedroht sind, wird die Natur zu einem Ort des Widerstands und der Erneuerung – zu einem Garten, in dem Wissen, Tradition und Sprache bewahrt werden.”

Im ehemaligen Empfangsbereich des Hotels Ladinia verwandeln Gregor und Leonora Prugger einen Ort der Orientierung in einen Ort stiller Destabilisierung. Die Intervention, die als Reflexion über die Dolomiten als Kulturlandschaft konzipiert wurde, geht von Systemen aus, die die Welt organisieren und beschreiben – Kartografie, Taxonomie, Architektur, Sprache – und bringt diese sanft von innen heraus ins Wanken.

Bestehende Elemente wie Heizkörper, Kamine und Schlüsselhalter dienen als Ausgangspunkte für skulpturale und malerische Gesten, die deren scheinbare Stabilität unterbrechen. Gregor Pruggers intuitiver Umgang mit Holz und gefundenen Naturformen trifft auf Leonora Pruggers fließende, halb-figurative Malerei, in der Pflanzen, Erinnerungen und sich wandelnde Identitäten entstehen und sich wieder auflösen.

Gemeinsam entfaltet sich ihre erste Zusammenarbeit als Dialog zwischen Generationen, Materialien und Sichtweisen. Was geordnet erscheint, offenbart sich als kontingent: eine Landschaft – und ein System –, die sich stets im Werden befinden.

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