Ana Prvački
∗1976, Yugoslavia/Romania
Ana Prvački (1976, Pančevo, ehemaliges Jugoslawien) ist eine serbisch-rumänische Künstlerin, die in Berlin lebt. Ihr Schaffen ist äußerst vielfältig und reicht von Film und Performance über Malerei und Installation bis hin zu Mixed Reality und Skulptur. Prvačkis Werke entspringen einer tiefen Reflexion über natürliche Mechanismen und über die Freude, das Staunen und die Befreiung, die die Natur hervorruft.Seit vielen Jahren beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Thema Bienen, erforscht ihr Verhalten und unsere Abhängigkeit von ihrer Bestäubungsarbeit.
„Wusstest du, dass eine Biene genauso viele Haare hat wie ein Eichhörnchen? Mein Interesse an Bienen ist eine Familienangelegenheit: Als meine Ur-Ur-Urgroßmutter meinen Ur-Ur-Urgroßvater heiratete, brachte sie Bienen als Teil ihrer Mitgift mit. Ich stamme aus einer Familie von Imkern und Bienen haben mich schon immer fasziniert – wegen ihrer Geschichte, ihrer Arbeitsweise, ihrer Sensibilität für die Umwelt und ihrer Poesie.“
Mit Blick auf den zentralen Platz von St. Christina präsentiert Ana Prvački Emergency Queen over Dolomites, ihr erstes großformatiges Gemälde, das jemals öffentlich ausgestellt wurde und im Fenster der örtlichen Bibliothek installiert ist. Ausgerichtet auf die umgebende Berglandschaft inszeniert das Werk eine aufgeladene, allegorische Szene, die Zustände ökologischen Ungleichgewichts und Dringlichkeit heraufbeschwört.
Auf dem Platz stehen vier Marmorskulpturen, die Bienenstöcke im Maßstab 1:1 nachbilden. Diese Bee Memorials, die dem Langstroth-Bienenstock nachempfunden sind, wirken wie stille Denkmäler für die Honigbiene (Apis mellifera), eine Art, die zunehmend vom Aussterben bedroht ist. In der Nähe des Dorffriedhofs positioniert, erzeugen sie eine subtile Spannung zwischen Gedenken und Ironie.
Malerei und Skulptur bilden gemeinsam eine Installation, die sich über Innen- und Außenraum verteilt. Während das Gemälde eine Krisenerzählung suggeriert, übersetzen die Bienenstöcke diesen Zustand in materielle Form – sie machen die unsichtbare Arbeit und die Fragilität ökologischer Systeme zu Objekten stiller, reflektierender Präsenz.