Bosco Sodi

∗1970, Mexico

Bosco Sodi (1970, Mexiko-Stadt, Mexiko) lebt und arbeitet in New York City und Oaxaca. Sodi ist bekannt für die Verwendung roher, natürlicher Materialien zur Schaffung großformatiger, strukturierter Gemälde und Skulpturen. Dabei legt er den Fokus auf die emotionale Kraft, die im Material selbst liegt. Minimale Formen werden mit leuchtenden Pigmenten kombiniert, um die emotionale Kraft der Kunstwerke zu verstärken. Der Künstler erinnert sich: „Die Schönheit der Unvollkommenheit fasziniert mich, und ich schätze die Schönheit, die unvollkommen, vergänglich und unvollständig ist. Die Tatsache, dass man das Ergebnis nicht kontrollieren kann, macht es umso bedeutungsvoller. Die Dinge verändern sich ständig, und wir müssen akzeptieren, dass wir keine Kontrolle über sie haben.“ In seinen monochromen Gemälden mischt Sodi rohe Pigmente mit Holz, Pappmaché, Sägemehl, anderen Naturfasern und Leim, um dichte Oberflächen zu schaffen. Während die verschiedenen Schichten trocknen, entstehen auf natürliche Weise Muster und Linien, die eine Synergie zwischen dem kreativen Prozess des Künstlers und der Unvorhersehbarkeit der Natur schaffen.

Sodi ist Gründer der Fundación Casa Wabi. Der vom Architekten Tadao Ando entworfene Kreativraum befindet sich in der Nähe von Puerto Escondido und beherbergt ein Residenzprogramm, Ausstellungen, Filmvorführungen und Workshops.

In St. Ulrich präsentiert Sodi eine verstreute Gruppe kleiner, quadratischer Gemälde, die direkt zwischen den Bäumen auf dem Antoniusplatz installiert sind. In einfachen, T-förmigen Rahmen montiert, wirken die Werke zugleich geschützt und exponiert, als schwebten sie zwischen Fürsorge und Verletzlichkeit. In unterschiedlichen Höhen hängend, treten die leuchtend roten Flächen in einen lebendigen Dialog mit dem umgebenden urbanen und belebten Kontext.

Jedes Gemälde trägt eine einzige, verdichtete Geste in sich. Durch dicke Schichten aus Pigmenten und Rohmaterialien aufgebaut, reißen die Oberflächen beim Trocknen auf und bilden Spalten, die an trockene Landschaften, verbrannte Erde oder Mineralformationen erinnern. Diese Spuren entstehen nicht durch Auferlegung, sondern durch die Spannung zwischen dem Handeln des Künstlers und dem Eigenverhalten des Materials.

Hoch in den Bäumen platziert, nehmen die Gemälde eine fast anomale Präsenz an – teils Opfergabe, teils Signal, teils Schutz. In diesem neuen Kontext bringen ihre intensive Farbe und raue Haptik die Hitze und die materielle Erinnerung anderer Geografien mit der Höhe und der exponierten Lage der Dolomiten in Kontakt.

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