Evelyn Taocheng Wang
∗1981, China
Evelyn Taocheng Wang (1981, Chengdu, China) lebt und arbeitet in Rotterdam. In ihren Gemälden kombiniert sie klassische chinesische Techniken und Kalligraphie mit Reflexionen und Kommentaren zur westlichen Kultur und Kunstgeschichte. Nach einem Studium der traditionellen chinesischen Kunst in Nanjing schloss sie ihr Studium an der Städelschule in Frankfurt und bei De Ateliers in Amsterdam ab. In ihren Gemälden, Rauminstallationen, Videos und Performances setzt sich die Künstlerin mit den Konzepten von Identität und Zugehörigkeit in Bezug auf Kultur, Migration, soziale Schicht und Geschlecht auseinander. Sie kombiniert zarte malerische Elemente, lineare Geometrien, Schriftzüge und Zeichnungen, die einerseits auf kulturelle Elemente aus der Geschichte der westlichen und östlichen Kunst verweisen und andererseits persönliche Erinnerungen und autobiografische Details wachrufen.„Ich betrachte meine eigene ‚chinesische Malerei‘ als performative Assoziation innerhalb der Grundlagen der Sprache. Sie könnte als Metapher für ‚Tinte auf Papier‘ gesehen werden und ist gleichzeitig eine Anspielung auf den Begriff ‚Öl auf Leinwand‘. Die Nachahmung von Agnes Martins Malerei (ich nenne es die Aneignung eines schönen Geistes) ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte, die ein Verständnis verschiedener Themen beinhaltet, zum Beispiel Unschuld, volles Bewusstsein und Repräsentation.“
Im Hotel Ladinia präsentiert Wang vier neue Gemälde im Format 50 x 50 cm aus ihrer fortlaufenden Serie Princess and the Frog. Sie sind rund um die Bar und die Lounge installiert und begleiten alltägliche Begegnungen auf stille, aber beständige Weise. Jede Szene wird durch die wiederkehrende Figur der Froschprinzessin zusammengehalten, die auf erkennbare urbane Kulissen blickt – Orte, die durch vertraute, beinahe klischeehafte Bilder globaler Zirkulation gefiltert sind. Diese intimen Werke wirken wie Fragmente einer größeren, sich wandelnden Erzählung: teils Tagebuch, teils Fiktion, teils kulturelle Übersetzung. Die Froschprinzessin erscheint sowohl als Beobachterin als auch als Teilnehmerin und bewegt sich durch Räume, die vertraut wirken und doch leicht befremdlich sind.
Wang greift das Märchen auf und verwandelt es in eine Reflexion über instabile Identität und ständiges Werden. Mit bewusster Leichtigkeit und subtiler Unbeholfenheit gemalt, oszillieren die Werke zwischen Humor und Entfremdung. Sie suggerieren, dass Zugehörigkeit – wie der Garten – niemals feststeht, sondern stets im Fluss ist, geprägt von Erinnerung, Projektion und Neuerfindung.
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