Alice Bucknell

∗1993, UK/US

Alice Bucknell (1993, London, UK) lebt und arbeitet in Los Angeles. Die Praxis bewegt sich zwischen Kunst, Literatur und Pädagogik und ist in der Welt der Videospiele verwurzelt: Die geschaffenen virtuellen Welten fungieren als Plattformen, um reale Fragen zu Ökologie, Ressourcen und künstlicher Intelligenz zu untersuchen. In diesen parallelen Welten bewegt sich Bucknell jenseits von Spannungsfeldern, die die menschliche Analyse historisch geprägt haben — Mensch versus Maschine, künstlich versus natürlich, Individuum versus Kollektiv.

„Ich denke, beim Gaming ist das Betreten einer Welt fast wie eine Wiedergeburt: Man muss alles von Grund auf neu lernen [...], und das kann ein wirklich kraftvoller und poetischer Ort sein [...]. Gaming eröffnet eine Form von Demut, ein Verlernen, das für mich ein wahrhaft poetischer Raum ist, um über Fragen rund um Ökologie, Zukunft, die Grenzen wissenschaftlichen Wissens und andere Arten von Datensystemen nachzudenken.“

Bucknell ist die erste künstlerisch tätige Person, deren Videospiele in die ständige Sammlung des San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA) aufgenommen wurden.

Im Untergeschoss des Hotels Adler präsentiert Bucknell den 17-minütigen Simulationsfilm Ground Truthing, der in eine skulpturale Umgebung eingebettet ist. Die Installation befindet sich direkt unterhalb der zentralen Fußgängerzone und entfaltet sich um einen vertikalen Bildschirm, der von einer Reihe geschnitzter und CNC-gefräster Nachbildungen eines Baumstamms umgeben ist. Diese dienen dem Publikum als Hocker und wurden von lokalen Fachleuten hergestellt. Die Elemente fungieren gleichzeitig als funktionale Objekte und als vermittelnde Schnittstellen. Sie verorten die Betrachter*innen zwischen der vom Bildschirm ausgestrahlten animierten Welt und der digital rekonstruierten Präsenz der skulpturalen Formen im Raum.

Der Film untersucht, wie Fernerkundungstechnologien wie Satelliten und GPS unser Verständnis der klimatischen Zukunft prägen. Er bewegt sich durch vier spekulative Umgebungen – von Regenwäldern über schmelzende Eisberge bis hin zu digitalen Städten – und stellt datengesteuerte Modelle dem verkörperten Wissen vor Ort gegenüber. Der Begriff „Ground Truthing“ bezieht sich auf die Verifizierung von Satellitendaten durch gelebte, physische Erfahrung.

Die Installation schlägt eine Brücke zwischen digitaler Simulation und materieller Realität. Dabei wird Holz zu einer fragmentierten Schnittstelle, die ökologische Systeme, technologische Visionen und die Grenzen der Vorhersagbarkeit miteinander verbindet.

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