Bas Smets + Eliane Le Roux

∗1975, Belgium, 1983, France

Bas Smets (1975, Hasselt, Belgien) lebt und arbeitet in Brüssel und Paris. Er ist Gründer des Landschaftsarchitektur-Ateliers Bureau Bas Smets sowie Professor in Practice an der Harvard Graduate School of Design. Sein Werk reicht von großen öffentlichen Parks und historischen Stadtzentren bis hin zu Infrastrukturlandschaften und Filmsets. Er ist bekannt für die Entwicklung neuer urbaner Ökosysteme, in denen Vegetation, Boden und Wasser Mikroklimata erzeugen, welche die Widerstandsfähigkeit der bebauten Umwelt gegenüber dem Klimawandel erhöhen. Die Zusammenarbeit mit Forschern und Künstlern steht im Mittelpunkt seiner Arbeit. Zu seinen jüngsten Projekten zählen der LUMA Parc des Ateliers in Arles, die derzeit im Bau befindlichen öffentlichen Räume rund um die Kathedrale Notre-Dame in Paris sowie Building Biospheres für den belgischen Pavillon auf der Architekturbiennale in Venedig 2025, das gemeinsam mit dem Neurobiologen Stefano Mancuso entwickelt wurde.

Eliane Le Roux (1983, Boulogne-Billancourt, Frankreich) ist Art Director. In ihrem Schaffen konzentriert sie sich auf immersive Rauminstallationen, bei denen sie szenografische und architektonische Elemente durch die Verwendung natürlicher Materialien verbindet. Sie war sieben Jahre lang als Bühnenbildnerin für Modenschauen tätig und ist seit 2008 Art Director bei Bureau Bas Smets. Sie wurde für die Hermès Académie des savoir-faire ausgewählt und hat kürzlich einen Raum in der Villa Medici in Rom renoviert.

„Als Landschaftsarchitekt versuche ich, das ‚Land‘, den bestehenden Zustand, in eine ‚Landschaft‘ zu verwandeln – eine Anordnung der natürlichen Elemente, die allen Lebensformen zugutekommt. Jedes Projekt schafft ein neues Gleichgewicht. Der Dialog mit Wissenschaft und Kunst ist für diesen Prozess unerlässlich. Gemeinsam mit meiner Partnerin Eliane Le Roux haben wir ein gemeinsames Bezugssystem geschaffen, aus dem diese Landschaften hervorgehen.“

Hoch über St. Ulrich, auf dem Maso Pilat, fügen Smets und Le Roux der alpinen Landschaft einen subtilen, aber präzisen Eingriff hinzu. Was zunächst wie eine sanfte grüne Wiese erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Kartierung des Klimawandels. In Abständen von 15 Höchenmetern ziehen 300 Schneemesser horizontale Linien, die dem allmählichen Anstieg der Gefriergrenze in den letzten Jahrzehnten entsprechen.
Diese im Winter zur Anzeige der Schneehöhe genutzten Schneestangen markieren nun das Jahr, in dem an dieser Höhe zuletzt Schnee zu sehen war. Temperatur wird in Höhe übersetzt, Atmosphäre in Form. Das Werk drängt sich der Landschaft nicht auf, sondern entspringt ihr und lässt den Berg seine eigene Verwandlung erzählen.
Durch diese minimalistische Geste wird die Landschaft sowohl zum Bild als auch zum Beweis,
zu einemstillen, aber unbestreitbaren Zeugnis des Wandels, in dem Schönheit und Dringlichkeit
an einem gemeinsamen Horizont zusammenlaufen.

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