Lydia Ourahmane
∗1992, Algeria
Lydia Ourahmane (1992, Saïda, Algerien) lebt und arbeitet in Barcelona. Ihr Schaffen reicht von Installationen mit Fundstücken über Video- und Klangarbeiten bis hin zu Performances. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Recherche steht das Konzept des Raums – der Raum der Erinnerungen und des Privatlebens, der Raum als Wahrnehmung der Bewegung anderer und der Raum als soziales und politisches Konstrukt. „Ich denke an Situationen, seien sie diskret oder weniger diskret, wie Interfaces oder Einsätze. Meine Arbeit verläuft durch eine bereits bestehende Infrastruktur oder folgt einer bestimmten Verlauf. Ich bin nicht unbedingt daran interessiert, Kritik zu üben, sondern vielmehr daran, Dinge zu verändern. Kunst hat für mich mit dem Leben zu tun, das durch sie hindurchfließt, wenn sie sich in eine Art Regiepult in Echtzeit verwandelt, um Fragen zu stellen, die mit der Realität interagieren und sie nahtlos in einen Kontext integrieren. Wenn eine Methodologie interaktiv ist, wird sie zu einer kollektiven Erfahrung.“Ourahmane ist in Algerien geboren und aufgewachsen, bevor sie im Alter von neun Jahren mit ihrer Familie nach London zog. Die Werke der Künstlerin zeugen von Geschichten kolonialer Gewalt, Vertreibung und Überleben.
Im Zentrum des verlassenen Hotels Ladinia reaktiviert Ourahmane die ehemalige Bar und Lounge als Ort der Begegnung. Der seit 1998 geschlossene Raum fungierte einst als sozialer Mittelpunkt, an dem sich Gäste und Einheimische versammelten, um gemeinsam zu trinken, zu reden und Spiele zu spielen. Durch Gespräche mit ehemaligen Mitarbeitern und Besuchern spürt die Künstlerin Fragmente dieser früheren Nutzung auf und führt sie als lebendige Gesten wieder ein.
Für die Biennale wird die Bar als provisorischer Rahmen wiedereröffnet: Das Publikum ist eingeladen, eigene Getränke mitzubringen und sich an maßgefertigten Tischen zu versammeln, um Schach zu spielen. Anstatt eine bestimmte Geschichte zu rekonstruieren, funktioniert das Werk durch Nachstellung und Partizipation und ermöglicht auf diese Weise neue Interaktionen innerhalb einer bestehenden Architektur.
Die Installation verwandelt den Raum von Leere in Nutzung und rückt den sozialen Austausch als Material in den Vordergrund. Was dabei entsteht ist eine subtile Reaktivierung der Erinnerung, in der sich Vergangenheit und Gegenwart durch kollektive Präsenz und gemeinsame Zeit überschneiden.
This project has been made possible with the support of Acción Cultural Española (AC/E)