Kelly Tissot

∗1995, France

Kelly Tissot (1995, Annecy, Frankreich) lebt und arbeitet in Basel. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Schwarz-Weiß-Fotografie, die oft in und um (Trag-) Konstruktionen aus Holz und Metall präsentiert wird. Ihre Bilder vermitteln eine karge, rohe und spärliche Vision ländlicher Kontexte. Aufgewachsen in den Bergen der Haute-Savoie fängt Tissot in ihren Fotografien kompromisslose Details von Orten und Objekten ein und erkundet ihre Motive auf nahezu gnadenlose Weise. Ziegen, Pferde und Hunde, dargestellt in ihren Ställen, sind verwoben mit Bildern von Schrotthaufen, ölverschmierten Motorrädern und landwirtschaftlichen Maschinen. Wie Tissot sagt: „In meinem künstlerischen Projekt untersuche ich die Gegensätze und Harmonien, die im Herzen einer einst wilden, nun synthetisch gewordenen Natur entstehen. Gleichzeitig hebe ich deren Widerstandsfähigkeit hervor, indem ich ihre Mythologien und ihre Vorstellungskraft vermittle.“

In Tissots Fotografien ist die menschliche Figur nie direkt präsent, sondern zeigt sich durch die Spuren, die sie in der Umgebung hinterlässt, die sie bewohnt und prägt. Die Bilder werden in überdimensionalen Formaten und als extreme Nahaufnahmen präsentiert, was eine auffallend entzaubernde Wirkung erzeugt. Manchmal installiert die Künstlerin im Ausstellungsraum auch skulpturale Vorrichtungen aus Holz oder Metall, welche die Betrachtung der Bilder einschränken oder beeinflussen und so die Begegnung mit der Fotografie in ein räumliches Erlebnis verwandeln.

In Tissots Projekt werden die Gegensätze und Harmonien untersucht, die sich in einer einst wilden, nun synthetisch gewordenen Natur zeigen. Dabei wird deren anhaltende Fähigkeit in den Vordergrund gestellt, Mythologien und Vorstellungskraft zu transportieren. Für (Future) Paradise Gardens präsentiert sie eine ortsspezifische Fotoinstallation in der Cësa Bënsté, einer ehemaligen Schule in St. Christina. Die Arbeit, die während eines Forschungsaufenthalts in Gröden entstand, als Tissot über tausend Bilder aufnahm, vereint Fotografien von Holzspielzeug, Skulpturen und Einblicke hinter die Kulissen lokaler Werkstätten.

Eine Auswahl von Schwarz-Weiß-Fotografien ist im verlassenen Obergeschoss des Gebäudes zu sehen. Im Dialog mit der bestehenden Architektur oszillieren die Bilder zwischen Dokumentation und Inszenierung, Objekt und Spur.

Durch Wiederholung und räumliche Verteilung evozieren diese Figuren eine Landschaft, die sowohl von Tradition als auch von Wandel geprägt ist, in der traditionelle Formen in einem zunehmend von Wiederaufbau bestimmten Kontext fortbestehen.

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